Nachts, als es bunt wurde

Diesen Abend,
so herbei gesehnt, so gefürchtet.
Keine Vorstellung hätte es gewagt,
an die Wirklichkeit heranzutreten.

Diesen Ball,
jedes Jahr aufs Neue herbei gefreut,
wo die Zeit verfliegt,
und die Augen kommen gar nicht hinterher.

Dieses Kostüm,
mit gemeinsamen Ideen bestückt,
hebt uns von allen anderen ab,
es verbindet nur uns beide.

Diese Nacht,
wir schwirrten durch die feudalen Räume,
Hand in Hand, um uns bestaunen zu lassen,
um selbst zu bestaunen, zu entdecken, zu genießen.

Diese Säle,
dem Wahnsinn ein prunkvolles Ambiente geben,
Nackte über den Jahrhunderte alten Boden tanzen zu lassen,
erhabene Statuen mit Alienaugen zu verzieren.

Diese Menschen,
die ihre Kreativität Jahr für Jahr zur Schau stellen,
auffallen, Rollen spielen, oder sich hinter Masken verstecken,
bunt und schrill den Abend feiern, sich und ihr Kostüm nach und nach verlieren.

Der Auftritt,
vor 3000 Aliens, Kreaturen und Menschen,  die gebannt auf uns starrten,
wir- überwältigt von der Fülle, geplagt von den hohen Schuhen,
erleichtert von den Jubelschreien, Perfektion ohne es zu merken.

Das Verklingen,
schmerzende Füße, aneinander gekuschelt,
ein Grinsen auf unseren schwarzen Lippen,
nie wieder will ich auf diesem Ball ihn an meiner Seite missen.

 

 

 

 

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